Für die Stammgäste

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Wanderung zur Alpe "Hintere Enge"

Endlich ist wieder Leben in unserer "Bude" - die Wandersaison hat begonnen!

Noch sind die Wanderwege oberhalb 1.700 Meter teilweise im Schnee und deshalb ist die perfekte Zeit für Wanderungen im Tal und auf halber Höhe.

Mittwochs ist mein freier Nachmittag/Abend und mit meinen Schwestern Karin und Martina beschlossen wir, auf die Alpe "Hintere Enge" zu wandern. Seit dem 01. Mai wird sie von Renate bewirtschaftet. Viele von Ihnen werden sie noch als Hüttenwirtin der Alpe Melköde in Erinnerung haben.

Obwohl wir um 15:30 Uhr starten wollten, kamen wir erst um 16:15 Uhr weg. Also fuhren wir schnell mit dem Auto bis zum Parkplatz "Waldhaus" und liefen dann den kurzen, steilen Fahrweg hinunter an die Breitach. Am Waldhaus überquerten wir die Brücke und bogen nach der Hütte links ab. Von dort geht es zackig aufwärts, bis wir auf einer kleinen Ebene die Fuchsloch-Alpe (nicht bewirtschaftet) erreichten. Von dort geht es an einem Stall vorbei und schon erreichten wir den Grenzbach "Hörnlebach", der uns von unseren deutschen Nachbarn trennt.

Danach folgt ein Steilstück auf Waldboden. Dieses ist durch die Regenfälle und Schmelzwasser der letzten Wochen ziemlich ausgewaschen, aber so ein kleiner Trail zwischendurch ist wie das Salz in der Suppe!

Kurz darauf schon ist der Weg wieder in perfektem Zustand und noch einige Zeit geht es auf schmalem Weg durch einen lichten Buchenwald. Die hellen Blätter im Frühling zauberten zusammen mit der einfallenden Sonne eine tolle Atmosphäre. Leider konnte ich hier noch kein Foto machen, denn wir hatten es total eilig. Gerne wollten wir ja in der Hütte einkehren und ich dachte, wie fast alle anderen Hütten im Wandergebiet macht auch Renate um 17:00 Uhr zu. Also ging es mit flotten Schritten ungebremst weiter.

Bald mündet der schmale Waldpfad in eine Teerstraße (ohne Autos!) und vorbei geht es an großen Magerwiesen mit wunderschönen Orchideen, Trollblumen und Knabenkräutern. Hier öffnet sich auch der Blick ins benachbarte Allgäu und die Oberstdorfer Berge Nebelhorn und Rubihorn. Ich jammerte schon ein bisschen, da klar war, wir würden die 17:00 Uhr bis zur Hütte nicht schaffen...

Welche Freude, als wir bei dem Schild, das auf die Alpe hinweist, ankamen... Renate hat täglich (ausser Dienstag, dann ist Ruhetag!) bis 18:00 Uhr geöffnet! Noch 3 Minuten durch die Wiese, vorbei an zufriedenen Kühen, und schon standen wir am Gartentor.

Die Bänke sind in Blickrichtung Süden und somit mit Blick ins komplette Kleinwalsertal aufgestellt. Hier sind schon viele Postkarten entstanden, denn es ist auch der einzige Fleck, von dem aus alle 3 Kirchtürme der Orte Riezlern, Hirschegg und Mittelberg zu sehen sind.

Soviel Aussicht macht natürlich auch hungrig und so bestellten wir eine zünftige Brotzeit und Getränke. Die meisten Wanderer machten sich zu dieser Zeit bereits auf den Heimweg und so hatte Renate auch jede Menge Zeit für ein Schnäpschen und ein Schwätzchen!

Um 18:00 Uhr machten wir uns dann mit dem Hüttenschluß auf den Heimweg und sind über den Zwingsteg (mit einem Blick von oben in die Breitachklamm) zur Bushaltestelle "Grenze Walserschanze" gelaufen. Keine Tour ohne Rennstrecke... als wir auf die Haupstraße kamen, fuhr gerade der Bus her und ich zappelte mit beiden Händen, damit der Busfahrer erkennt, dass wir (obwohl noch ein ganzes Stück von der Bushaltestelle entfernt) gerne mitfahren möchten. Meine Schwestern haben zwar behauptet, er hätte gar keine andere Wahl gehabt, als uns mitzunehmen, denn sonst hätte er mich überfahren müssen... Auf jeden Fall hat er auf uns gewartet und so fand unser Ausflug noch ein sehr angenehmes Ende.

Viele Grüße von Regine